Fossilien sammeln im SteinbruchMit Kindern Versteinerungen sammeln am Fuß der Schwäbischen Alb
Mit Hammer und Meißel können Besucher im aktiven Schiefersteinbruch Kromer nahe Holzmaden selbst auf die Suche gehen. Sie finden Ammoniten, Belemniten, Muscheln und mehr.
Einen versteinerten Dinosaurier wird man als Laie eher nicht entdecken, aber trotzdem ist im Posidonienschiefer am Fuß der Schwäbischen Alb Finderglück garantiert: Aus fast jedem Steinbrocken tauchen beim Zerklopfen Urzeit-Spuren auf. Besucher dürfen mit Hammer und Meißel auf der Abraumhalde des aktiven Schiefersteinbruchs Kromer in Ohmden auf die Suche gehen. Ständig frisches Material für FossiliensucherDer Bagger räumt große Gesteinsplatten auf einen Lastwagen, wenige Meter davon entfernt klettern Erwachsene und Kinder über die aufgeschütteten Schieferberge, drehen Platten um oder zerklopfen sie mit ihrem Werkzeug. Weil Ralf Kromer in seinem Steinbruch noch aktiv abbaut, kommt ständig frisches Material auf die Halde. Und das wimmelt nur so von Abdrücken: Meist sind es Ammoniten, die aussehen wie ein Schneckenhaus, aber zur Familie der Tintenfischähnlichen gehörten. Oft tauchen auch längliche Belemniten auf, auch Teufelsfinger oder Donnerkeile genannt. Und immer wieder kommen Pyrit-Knollen, das sogenannte Katzengold, ans Licht. Spektakuläre Funde sind im MuseumZu den spektakulärsten Funden aus dem Steinbruch Kromer zählen ein Ichthyosaurier und eine 90 Quadratmeter große Seelilienkolonie. Die Fischechse ist heute im Museum am Löwentor in Stuttgart zu bewundern, die steinernen Meerespflanzen sind im Museum Hauff in Holzmaden ausgestellt. Ralf Kromer hat den Steinbruch von seinem Vater übernommen. Er ist einer der letzten, die in dieser Gegend noch Steinplatten abbauen, um sie zu Tischen, zu Wand- und Bodenfliesen weiterverarbeiten zu lassen. Gleichzeitig hält der Steinbruchbesitzer Ausschau nach Fossilien: Dafür muss das Material sorgfältig gesichtet und sortiert werden. "Das ist zu 80 Prozent Handarbeit", sagt Kromer. Wenn etwas von wissenschaftlicher Bedeutung zum Vorschein kommt, ist es zunächst zur Begutachtung beim Land abzuliefern. Das gilt zum Beispiel für alle versteinerten Wirbeltiere oder auch für Seelilien - der Steinbruchbesitzer kann einschätzen, wann so ein Fall vorliegt. Reichlich versteinertes Kleingetier freut KinderLaien sind allerdings ohnehin kaum in der Lage, die Hinweise auf einen spektakulären Fund im Innern einer Steinplatte zu erkennen. Doch sie haben auch an den vielen versteinerten Muscheln und Schnecken ihre Freude. Vor allem Kindern macht die Jagd nach Urzeitschätzen riesigen Spaß. Hammer und Meißel kann man bei Kromer für 1,50 Euro ausleihen, oder man bringt Werkzeug von zu Hause mit. Wichtig ist ein Sonnenschutz, denn Schatten gibt es im Schieferbruch kaum. Eine Sonnenbrille schützt zusätzlich die Augen vor Splittern, feste Schuhe sind wegen der oft scharfkantigen Gesteinsbruchstücke zu empfehlen. Wer dann noch Vesper und reichlich zu trinken eingepackt hat, ist rundum versorgt, ein überdachter Vesperplatz steht zur Verfügung. Zwei Museen im NachbarortDie ideale Ergänzung zum Steineklopfen im Schieferbruch ist ein Besuch in den beiden Fossilien-Museen in Holzmaden. Der Schiefersteinbruch Kromer liegt direkt an der Straße zwischen Zell unterm Aichelberg und Ohmden, nur wenige Minuten von der Autobahn A8 und von Holzmaden. Geöffnet ist im Sommerhalbjahr, weitere Informationen finden sich auf Kromers Homepage.
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